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Die Götter der Dunkelheit sind zurück

Like Gods of the Sun Tour

My Dying Bride, Cathedral, The Blood Divine

Ort: Chemnitz / Kraftwerk
Datum: 30.11.1996


Am 30. November letzten Jahres konnten 600 Fans die englische Gothic-Metal Band My Dying Bride im Rahmen ihrer 'Gods of the sun'-Tour mit Cathedral und The Blood Divine als Support im Chemnitzer Kraftwerk erleben.
Letztere fiel etwas aus dem Düstermusik-Rahmen, da sie ihr sonst eher atmosphärisches Material mit ungeahnter Brachialität und Härte darboten und somit für einige Verwirrungen im Publikum sorgten, was auch daher rührte, daß dem ahnungslosen Konzertbesucher das Kommen dieser Gruppe bis dato gar nicht bekannt gemacht wurde und erst durch aufmerksames Betrachten der Souvenirverkaufseinrichtung und Analysieren der eher flüchtigen Bemerkungen von Ex-Antathema Sänger Darren White, welche vorwiegend Themen wie die Qualität der sächsichen Biere zum Inhalt hatten, klar wurde.
Cathedral überraschte dann die Chemnitzer Zuhörer mit einem circa vierzigminütigen Programm, daß den durch The Blood Divine eingeleiteten Stilbruch konsequent weiterführte und die sonst eher psychedelisch-doomigen Kompositionenen mit grobschlächtiger Vehemenz darbot. Das einzig bemerkenswerte war der leicht spasmatisch wirkende Bühnentanz und die groteske Physiognomie des Ex-Napalm Death Sängers Lee Dorian, der aber wenigstens vermochte, die Metalfans aus ihrer Lethargie zu befreien.

Aus der Unwissenheit einiger Besucher resultierend, daß die zweite Gruppe nicht die 'Götter der Dunkelheit' My Dying Bride waren, sondern die Zupfhanselgeigencombo Cathedral mit ihrem technisch unsauberem Geklöppel, verließen diese enttäuscht das Konzertareal im Glauben, My Dying Bride wären vom Sex- zum Quartett mutiert und hätten sich jetzt dem eher anspruchslosen Death-Bolz Metal zugewandt. Der Headliner dieses Gothic-Spektakels My Dying Bride schaffte es dann aber doch noch, die inzwischen leicht dezimierte Zuschauermenge zu begeistern und den eigentlichen, düsteren, Charakter der Veranstaltung wieder Leben einzuhauchen. Die meisten Titel stammten von ihrem mit Abstand besten Album 'The angel and the dark river' und glänzten durch getragene, melancholisch-majestätische Kompositionen, welche hin und wieder durch die schmerzerfüllten und hoffnungslosen Klänge der Violine unterstrichen wurden. Das Publikum sog die infernale Düsterheit in sich auf und machte damit den ohnehin fehlenden Körpereinsatz von Sänger Aaron überflüssig, der sich nur darauf beschränkte gelegentlich einen Songtitel anzusagen.
Somit warten wir nun sehnsüchtig auf ein Wiedersehen mit My Dying Bride zum Out of the Dark III Festival am 22. März in der Stadthalle Pleißental/Werdau mit Sentenced, Dark und anderen. Die Landsmänner von My Dying Bride, die Berufsvampire von Cradle of Filth wurden leider vom Tourplan gestrichen und unter anderem durch die Schweden Therion ersetzt.

Deadleft am 04.06.2005




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