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Namen sind nur Schall und Rauch

Satanic Assault Tour 1666

Eisregen, Mystic Circle, Old Man's Child, Sacramentum, Runemagick

Ort: Fraureuth / Ratskeller
Datum: 26.02.1999


Vor allem durch die penetrante Präsenz von Eisregen auf diversen Promo-Gratis-CDs, wodurch wir dann zwangsläufig von deren Qualitäten 'überzeugt' und kamen nicht unhin am 26.Februar ihrem Promotion-Schlachtruf nach Fraureuth zu folgen. Dabei nahmen wir billigend in Kauf, daß an diesem Abend auch noch vier weitere Bands Eisregen als 'Support' dienen sollten. Nach einer rasanten Fahrt im auf den Namen 'Eröchte' getauften neuen Lancia von NIKE und einem kleinen Zwischenstop zum Scheibenwaschenlassen und Pressfleischverzehr waren wir für unsere Dosis Metal mehr als nur bereit (geifer, lechz). Im Inneren des Ratskellers angekommen, gingen wir ersteinmal zum Merchandisingstand, befanden die Auswahl dort für extrem mangelhaft, schlenderten am daneben stehenden Occult-Kauf-jeden-Schrott-weil's-geil-aussieht-Stand vorbei und blieben in der Menge stehen, um die schon spielenden Runemagick zu beäugen.
Die Schweden boten während ihres 30-minütigen Auftritts mittelschnellen, eingängigen Melodic-Death-Metal, der sich jedoch durch seinen weniger kuschelmelodischen als vielmehr erhaben-ohrfreundlichen Esprit wohltuend vom landestypischen Einheitsbrei abhob. Das Publikum bedankte sich mit zurückhaltendem aber auch wohlgemeinten Applaus, auch in Erwartung der heimlichen Headliners des Abends: E I S R E G E N ! ! !

Eisregen
Eisregen


Die Bühne war hübsch-heimelig mit Thüringeflagge, halben Schweinsköpfen und einem ausgestopften Fuchs ausstaffiert und bot damit die passende Kulisse für die morbid-abartigen Vorträge des Sängers M. Roth. Dessen Erscheinen zusammen mit den restlöichen Bandsmitgliedern rief auch einstimmigen Jubel im Publikum hervor. Schon nach den ersten Takten wurde das Publikum in den Bann des Eisregen-Zaubers gezogen und sang die wirklich einmalig-GEWALTigen Texte mit. Auf die Frage des charismatischen Frontmanns 'Wollt ihrrr Kulturrr?' und das einhellig bejahende Getöse des Publikums hin, wurde mit 'Nachtgeburt' ein weiterer Kult(ur)schocker aus dem Repertoir dargeboten. Nach den darauffolgenden Titeln wie 'Krebskolonie' und 'Scharlachrotes Kleid' begann es die Fans von innen zu zerreißen und eine gewaltige Thüringen-Wort-Strum-Front ließ den Ratskeller erbeben, was im herzergreifenden Vortrag der Eisregen-Hymne 'Thüringen' gipfelte und diesen Auftritt viel zu früh aber würdig beendete. Die Zugabenrufe wollten einfach nicht verhallen und auch die beschwichtigend in die Menge geworfenen Schweinskopfhälften vermochten den Pöbel nicht zu besänftigen. An dieser Stelle sollte noch erwähnt werden, daß der Sound bei speziell diesem Auftritt ratskeller-untypisch fantastisch differenzierbar und klar war, wodurch die, für die ureigene Eisregen-Melancholie wichtige, Violine gut zur Geltung kam, aber auch die vereinzelt 'eingestreuten' Spielfehler des Drummers und des Bassisten unbarmherzig offenbarte.

Als die Death-Thrasher Sacramentum dannach ihren Gig herunterholzen zu begannen, entschieden wir uns nach den ersten drei Songs, lieber draußen zu frieren. Dort fanden wir neben dem Eingang, den, vor einem Kleintransporter aufgebauten, Tapeziertisch, auf dem einige hundert angestaubte Tonträger begannen zu verfaulen, die wir nach kurzer Inaugenscheinnahme für kaufunwürdig einstuften. Natürlich hätten wir wieder nach drinnen gehen können, aber erstens schreckte uns das nach draußen dringende Gekloppe von Sacramentum ab und zweitens konnten wir so einem lustigen 'Insidergespräch' zwischen Fachverkaufskraft und einem Szenewüsrtchen von No Colours Records beiwohnen. Trotz der blumigen Anpreisungsversuche des letztern bezüglich einer dem neuesten Tonträger einer Band, die bis in die Knochen 'evil, true, aryan etc.' sein sollen: Absurd. Der Fachverkaufskraft, bekleidet mit einem 'Fuck the Commerce'-Shirt (!!), war diese Band aber schon etwas zu 'strange' weshalb sich beide auf den kleinsten rassistisch-bösen Nenner einigten: Graveland. Belustigt aber mittlerweile auch etwas gelangweilt schleppten wir unsere, von der Alkohol-Askese gezeichneten Leiber wieder in die verrauchten Hallen des Ratskellers, wo wir uns für den Old Man's Child-Auftritt an der Bühne positionierten.

Von einer Nebelwand hereingetragen boten die Norweger diverse Schmankerl von ihren Alben dar, die jedoch durch den schlechten Sound mehr als nur ein wenig von ihrer Atmosphäre einbüßten. Erwähnenswert waren zum einen die Blast-Speed-Parts, die wirklich ziemlich heftig rüberkamen und zum anderen ein besoffener Metaller, der fortlaufend die Bühne bestieg, dort einmal beinahe den Boxenturm umschmiß und letztendlich von den Security-Leuten zu Füßen von Wehrmut geworfen wurde, der sich wiedermal als Fotoartist betätigte. Durch die hervorragend kurzen Umbauphasen zwischen den einzelnen Auftitten, betraten Mystic Circle schon gegen 23.00 Uhr die Bühne und lieferten eine wirklich großartige Show ab: zahlreiche pyrotechnische Effekte wie Feuerfontänen und Krach-Bumm-Leucht-Körpern, brennende Kreuze (natürlich umgedreht) und Totenschädel, sowie einige Feuerspuckeinlagen der Bandmitglieder ließen diesen Auftritt zum Augenschmaus werden. Von dieser Üppigkeit, was die Effekte bei einer Live-Show anbelangt, könnten sich einige namhaftere (betuchtere) Szenegrößen wirklich mal eins, zwei Scheiben abschneiden. Dafür müßten sich 'Deutschland Black Metal Band No. 1' aber noch irgendwie eins zwei Laibe musikalische Kompetenz besorgen, um auch nur annähernd über den Durchschnitt hinauszuragen. Mittlerweile hatte sich das Feld der Headbanger auch schon gelichtet, was wohl auch daran gelegen haben mochte, daß erstens die Gitarren hoffnungslos übersteuert waren und damit eigentlich nur ein raumfüllendes Brummen produzierten und zweitens die Songs allgemein viel zu brutal und melodieverachtend heruntergerotzt wurden.

Ohne die Zugabe abzuwarten, verließen wir schon vor Mitternacht den Musiktempel und kamen zu dem Schluß, daß gewisse Newcomer musikalisch und innovationsbezogen mehr auf dem Kasten haben und damit auch mehr Respekt verdienen, als so manche erfolgreiche Rassel-Schrammel-Satan-Black-and-100%-True-and-evil-Metal-Band, die höchstens durch ihre optische Präsenz Akzente setzen kann.

Deadleft am 20.05.2004




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