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Spiritual Black Dimensions Tour

Spiritual Black Dimensions Tour

Dimmu Borgir, Dark Funeral, Dødheimsgard, Evenfall

Ort: Freiberg / Tivoli
Datum: 27.03.1999


Die zur Zeit erfolgreichste Metal Band kommt nach Freiberg: Dimmu Borgir geben sich die Ehre und lassen sich herab, im prächtig für solche Anlässe geeigneten Tivoli in der sächsischen Bergstadt vor einem erlesenem Publikum zu spielen. Ganz klar, daß das gesamte Vönger-Team höchstselbst dabei sein muß, um alle Unwissenden von den dortigen Ereignissen zu berichten. Möchte man meinen. Denn lediglich Christ, der Musiksatan und ich (Deadleft) konnten diesen Termin noch irgendwie 'dazwischen schieben' und nach Freiberg fahren. Immerhin, mit dem Musiksatan begleitete uns ein 'Szene-Kenner' sondergleichen, der sich in der letzten Zeit sehr rar gemacht hatte. Die Fahrt mit dem Preußenporsche, bei dem das linke Vorderlicht nicht wie vom Hersteller vorgesehen seinen Dienst tat, verlief, abgesehen von den scheibenbeschlagbedingten schlechten Sichtverhältnissen ohne Zwischenfälle. Als wir im Tivoli eintrafen, entsetzten wir uns ersteinmal über den horrenden Preis von DM 30,- für nur vier Bands. Das darunter auch Dimmu Borgir, die Stars und Genies der schwarzen Musikwelt, darunter waren, interessierte uns wenig, zumal wir Evenfall schon verpaßt und Dødheimsgard gerade mal noch ein Viertelstündchen zu spielen hatten.

Bei mir jedenfalls trockneten die Tränen schnell, denn die mir bis dato musikalisch unbekannten Dødheimsgard konnten mich durchweg überzeugen. Tiefes, schnelles Riffing, ein Drumcomputer, der mit hyperschnell-grindigen Blastparts und technoiden Stampfrhythmen einen lebendigen Drummer völlig fehl am Platze erscheinen ließ und die herrische, dunkle, trotzalledem aber kristallklare Stimme des Sängers kulminierten in einem Feuerwerk mitreißenden Industrial-Black-Metals. Der Wechsel von pumpend-erdrückend gewaltigen Techno-Beats mit den brutalst-schnellen und absolut zerstörerischen Sturmangriffen des elektronischen Schlagzeugs inmitten einer Wand aus dunkel-nordischen Gitarrenschwaden, durchzogen von vielfältigen Keyboradklängen und beherrscht von einer überheblichen und elitär-düsteren Stimme ließen mich und hoffentlich noch einige andere wohlig erschauern. Wenn das die neue Richtung von Dødheimsgard ist, dann sollte man dieser Band noch einiges mehr an Aufmerksamkeit und Respekt entgegen bringen. Mit der zugegebenermaßen nicht alltäglichen Mischung aus Industrial und Black Metal Elementen konnten sich nicht wenige überhaupt nicht anfreunden, die ihrerseits mit Buh-Rufen und Pfiffen ihre Ablehnung artikulierten.

Als nächstes war die Zeit des Fürsten der Dunkelheit oder zumindest einiger seiner engsten Vertrauten gekommen: Dark Funeral betraten unter großem satanisch-erregten Gegröhle die üppig dimensionierte Bühne des Freiberger Tivoli. Mit 'Ineffable King of Darkness' begann der eindrucksvolle Auftritt der Schweden. Überhaupt waren Titel vom aktuellen Longplayer 'Vobiscum Sathanas' Hauptbestandteil der Setlist. Der Sound war hervorragend, die Musiker strotzten vor Spielfreude. Besonders beeindruckend waren die schnellen Stimmlagenwechsel von kreischend-hoch zu grunzend-tief bei 'Ravenna Strigoi Mortii' oder 'Open the Gates' von der ersten selbstbetitelten MCD. Höhepunkt war eine Cover-Version von...tja wovon? Ich weiß es nicht, das Publikum hingegen wußte offensichtlich genau, um welchen Klassiker es sich da handelte, schon bei den ersten prägnanten Riffs schienen die meisten den Titel erkannt zu haben. Die pfeilschnellen Passagen forderten übrigens auch insofern ihren Tribut, als daß ein Basedrum mitten im Song seltsam hohl und hell zu klingen begann. Aber dieses Manko wurde schnell ausgemerzt und schmälerte die Begeisterung der Massen angesichts dieses herrlich bösen Auftritts überhaupt nicht.
In der folgenden recht langen Umbauphase, in deren Verlauf dutzende Scheinwerfer positioniert wurden und ein riesiges Dimmu Borgir-eigenes Drumkit zum Vorschein kam, wurde es recht eng vorn an der Bühne. Als nach schier endlosem Warten endlich das Intro erklang und die Lichtanlage ihren hohen Preis zu rechtfertigen begannen, um schlußendlich die geschminkten Gestalten der norwegischen Band zu offenbaren, zeigten sich viele in den vorderen Reihen begeistert. Vokalist und Frontman Shagrath posierte gottgleich auf einem Podest, wurde wechslend in rotes, weißes und grünes Licht getaucht, das seine Bewegungen gespenstisch und unwirklich erschienen ließ und in seinem unnahbarem und gravitätischem Gestus erinnerte er mich an die Shows von Limbonic Art. Der Sound war auch hier in Ordnung, vor allem die Titel von 'Enthrone Darkness Triumphant' wirkten mit dem weniger anbiedernden und glatten Klang der Gitarren viel authentischer und zeigten alsbald Wirkung im Publikum: Körperzuckungen, Hauptharrspastizismus und Kleiner-Finger-Zeigefinger-Überstreckungen. Vor allem die recht simpel gestrickten Stücke vom gerade erwähnten dritten Album kamen beim Publikum gut an. Die tiefen und bedrohlich wirkenden Gitarren, gepaart mit einprägsamen Orgelakkorden standen in der Zuhörergunst ganz weit oben. Der Borknagar Sänger Simen Hastnæs beeindruckte mich auf ein Neues mit seinen gesanglichen Leistungen, obwohl seine Stimme gegen das Diktat der Gitarren nur schwer ankam und außerdem mit einer Tendenz zum Übersteuern zu kämpfen hatte. Die Setlist bestand zum Großteil aus Titeln von 'Enthrone Darkness Triumphant' und 'Spiritual Black Dimensions'. Lediglich mit 'Stormblast' vom gleichnamigen zweiten Album und 'Master of Disharmony' - das zwar auch auf 'Enthrone Darkness Triumphant' zu finden ist, zuerst aber auf der MCD 'Devil's Path' veröffentlicht wurde - bekam man etwas aus den früheren tagen der Band zu hören. Vom meiner Meinung nach wichtigsten Album der Band 'For all Tid' wurde kein einziger Song gespielt. Schade, denn eines der träumerischen, leicht kitschig-verklärt wirkenden Stücke hätte sicherlich gut zwischen zwei brutale Nummern gepaßt.

Dimmu Borgir zeigten einen selbstbewußen und kalkuliert böse wirkenden Auftritt, der mit 'Mourning Palace', dem publikumsreaktionsbezogenen Höhepunkt, endete und einige Zuhörer enttäuscht zurück ließ, Enttäuscht wegen Dødheimsgard, den insgesamt wenig enthusiastischen Reaktionen des Publikums und daß alles mal wieder so schnell zu Ende war.

Deadleft am 05.06.2005




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