Argh! Argh! Aaaarghhh! Suchen | Kontakt | Impressum
Kopfbild
Startseite | Konzertberichte | Outcast Tour

.:: True :: UnTrue ::.

» Schnellauswahl «
A B C D
E F G H
I J K L
M N O P
Q R S T
U V W X
Y Z Andere
Splits Sampler

Berichterstattung
  · Konzertberichte
  · Konzertfilme
  · Gespräche
  · Hören & Sehen
  · Streitfälle

Vönger
  · Kommerz   · Personal
  · Marschmusik
  · Selbstdarstellung
  · Familienalbum
  · Karriere

» Schnellsuche «

Die Richter über Leben und Tod

Outcast Tour

Kreator, Dimmu Borgir, Richthofen, Krisiun

Ort: Freiberg / Tivoli
Datum: 29.12.1997


Nachdem wir ein Enslaved-Konzert wegen schlechten Witterungsbedingungen absagen mußten und wir somit unsere schwer gewonnenen Freikarten nun als Notizzettel verwenden können, da niemand bei vereister Fahrbahn fahren wollte, bescherte uns der ach so liebe Gott (?) mit seinen 'eisig kühlen, vom Schnee durchsiebten winter- und weihnachtlichen Temperaturen' 3 Grad über Null, so daß wir diesmal nicht wie so oft den 'Panzer' (der war nämlich leicht defekt) sondern einen eigens aus Berlin abkommandierten Wartburg nahmen.
Mit diesem 'Preußen-Porsche' fuhren wir dann kurz nach viertel Sieben los, um nach einer beschaulichen Reise durch das Erzgebirge mit seinen dunklen, mysteriösen Wäldern, den tiefen Schluchten, dem glasklaren Bächen, den bombastischen Feldern und Auen und der reinen Luft, mit den verschlafenen Dörfern und den weltbekannten Metropolen und natürlich uns, nach knapp 30 Minuten Fahrtzeit beim Kreator, Dimmu Borgir, Richthofen, Krisiun-Konzert anzukommen. Schon von weitem strahlte uns die Tivoli-Leuchtreklame entgegen und so fuhren wir wie auf Engelsflügeln getragen gen Parkplatz, um dem Konzertanfang entgegenzufiebern. Da es schon kurz vor 19.00 Uhr war und somit gleich Einlaß, beschlossen wir, unsere äußerst wertvollen, mit Brillianten besetzten Pelzmäntel im Wagen zu lassen und der Dinge auszuharren. Da traf es uns doch wie ein (Frost-) Schlag, als ein Plakat mit der 'Einlaß verschiebt sich um eine halbe Stunde'-Aufschricht in Sichtweite kam. Nichtsdestotrotz haben wir diese Zeit mit Konzertbesucheranalysen der ca. 700 Fans überlebt und herausgefunden, daß man ganz leicht aus einer Handwagendeichsel ein Kreuz bauen kann, um dann die heiligen Hallen von 'Sachsens Ballhaus Tivoli' zu betreten. Dem Konzertumfang angemessen war auch die Einrichtung des selbigen, da es z.B. noch ein Obergeschoß und Seitengänge mit Sitzplätzen gab, mehrere Bier-Bedienungen und Absperrungen vor der Bühne inklusive robust gebauter Ordnungskäfte.

Nachdem wir (Wehrmut, Nike, CHRISTian) uns im linken Seitengang ganz vorn an der Bühne um einen Tisch sammelten, hörten wir gespannt den Proben der Instrumenten-Check-Crew zu, der aus dem monotonen Schlag auf ein Segment des Schlagzeuges begrenzt war und einem das Gefühl gab, man wäre auf einer römischen Galeere. Mit 20 Minuten Verspätung begann die brasilianische Knüppel-Combo Krisiun den Abend und legte Klangteppich aus Schlagzeug und Gitarren, der nur in den einzelnen Liedpausen unterbrochen wurde. Mit Titeln wie 'Blind Possession' zeigte Krisiun klar, in welche Richtung ihr musikalisches Talent geht. Cannibal Corpse gleich wurde gegrölt, gedroschen, geprügelt und gerifft, daß nur so die Fetzen flogen. Der Großteil des Publikums, welches vorwiegend aus Kreator-Fans bestand, war sichtlich gelangweilt von dem unmelodiösen Einschlagen auf die Drums und Gitarren und war höchstens die kurze Zeit begeistert, als ein Schlagzeug-Solo von ca. einer Minute dargeboten wurde.
Als Krisiun ihren Auftritt beendet hatten und wieder die 'Galeere' abfuhr, dauerte es nur 10 Minuten, bis Richthofen mit Fakeln und Todesmasken die Bühne enterten. Die deutschsprachigen Texte überzeugten alle Nicht-Kreator-Fans und brachten das Ballhaus zum Kochen. Spätestens bei den größten Erfolgen wie 'Ich Mach Dich Tot' oder 'Das Blut Der Pferde' war die Menge nicht mehr zu halten es wurde geheadbangt, bis die Köpfe platzten. Die Band, vergleichbar mit Rammstein, jedoch mit besseren Texten und einer schöneren Stimme propagierten das Ende der Welt, des Faschismus und der Regierung.

Dimmu Borgir
Dimmu Borgir


Der Höhepunkt des Abends war natürlich Dimmu Borgir, die nach der 45 minütigen Spielzeit von Richthofen nochmal zeigten, was jeder weiß: sie sind die Abräumer 1997! Zwei stilvoll hergerichtete Totenköpfe mit grün leuchtenden Augenhölen und ein überdimensionales umgedrehtes Scheinwerfer-Kreuz waren die neuen Accessoires auf der Bühne, wo nach einem unbekanntem Intro die Gesellen um Shagrath das musikalische Kampffeld in Besitz nahmen. Die Fans platzten regelrecht aus ihren Kluften, als Kracher wie 'Mourning Palace', 'Tormentor Of Christian Souls', 'A Succubus In Rapture' oder 'Alt Lys Er Svunnet Hen' und 'Dødsferd' vom Stormblåst-Album aus den Boxen wummerten. Der Master Of Lichteffektkoordination leistete diesmal hervorragende Arbeit und untermalte die Songs mit Stroboskopen, Laser-Like-Effekten und anderen Raffinessen die Lieder von Dimmu Borgir. Am Keyboard war wieder mal Kimberley und des Schlagzeug bearbeitet von nun an Aggressor (Ex-Aura Noir), der jedoch beim Auftritt eine verspiegelte Sonnenbrille (?!) trug. Wir kämpften und bis an das Absperrungsgitter vor, um ein paar gute Fotos zu schießen und mußten erkennen, daß zwei Zeitungsfotografen und ein Dimmu Borgir-Fan (ich würde gerne mal wissen, was er angestellt hat, um frei hinter der Absperrung herumlaufen und -fotografieren zu dürfen) dieses Vorhaben stark beeinträchtigt haben; von den Security-Leuten mal ganz abgesehen. Die Fans waren außer sich vor Extase, hielten Norwegen-Fahnen hoch und ließen sich auf den Händen der Konzertbesucher bis zu Bühne vor tragen, wo sie dann von den Ordnungskräften herausgeholt und in die Seitengänge verfrachtet wurden. Wie immer war der Dimmu Borgir-Auftritt ein besonderes Ereignis und nur das Blut-Verspritz-Ritual hat gefehlt, da die Veranstallter dies wahrscheinlich untersagt hatten und die Ordnungkräfte keine Blutlache auf ihren kurzgeschorenen Köpfen wollten und somit sogar das Bodypainting seltsam ausfiehl, da es diemal nicht schwarz-weiß sondern neonorange-weiß war und im Schwarzlicht damit besonders zur Geltung kam.

Nach dem Ende des 75 minütigen Auftrittes gingen wir dann wieder Richtung Parkplatz, da wir nicht die Absicht hatten, uns Kreator anzutun. Dort angekommen entleerten wir zuerst unseren Körper von Flüssigkeiten, um den selbigen dann wieder mit Weihnachts-Rest-Schokolade, Äpfeln und Brause aufzufüllen. Zu Hause angekommen schliefen wir natürlich alle gleich ein und träumten von unserem nächsten Konzertbesuch und wie man dieses verdammte Ohrenpfeifen wieder losbekommt.

Wehrmut am 05.06.2005




::: zur Galerie (3 Bilder) :::


.:: zurück :: nach oben ::.


» Lies dies! «

» Kauf mich «

» Deine Karriere «

© 1996-2012 Vönger
erstellt durch dunkelland - metalArt
Unser RSS-Feed Get Firefox