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Dunkel flammendes Tor zur H├Âlle

Enthrone Darkness Triumphant Tour

Dimmu Borgir, In Flames, Dark

Ort: Fraureuth / Ratskeller
Datum: 13.08.1997


Am 13. August fuhren wir (Wehrmut, NIKE, Christ & Frank) mit dem Auto der Mutti des Erstgenannten nach Fraureuth, wo neben Dark und In Flames auch Dimmu Borgir sehns├╝chtig unserer Ankunft harrten.
Die beschauliche Fahrt im mittlerweile f├╝r diese Zwecke bew├Ąhrten 'Panzer' wurde durch einen Stop an einer Tankstelle unterbrochen, wo wir uns oral alkoholische Getr├Ąnke einfl├Â├čten. Davon ausgeschlossen war nat├╝rlich der Fahrer, der mit Mineralwasser und Saft vorlieb nahm, was er auch dann durch exorbitante R├╝lpslaute nochmals betonen mu├čte. Am Zielort angekommen, stritten wir uns mit einigen weiteren Besuchern um einen Parkplatz, lie├čen diesen aber in unserer gewohnt beherrschten Art den Vortritt. Dieses Mal konnte uns auch nicht der verlockend nach verbrannten Fett duftende Holzkohlegrill zum Verweilen verf├╝hren, und wir setzten uns im Eingangsbereich in den Dreck, um unseren voyeristischen Vorlieben Gen├╝ge zu tun, indem wir die schon in der Rubrik 'Dinge, die die Welt bewegen' zu einigem Weltruhm gekommenen These bez├╝glich den optischen Attributen weiblicher Metal-Fans er├Ârterten und zu dem Schlu├č kamen, da├č eben diese in 'normalem Outfit' unseren Anspr├╝chen an K├Ârper├Ąsthetik eher entsprechen, als mit den metaltypischen (?) schwarzen Augenringen und Gliederschmuck. Das Bier, was wir zur ├ťberbr├╝ckung der Wartezeit mitgebracht hatten, ├╝berstieg die zul├Ąssige Trinktemperatur nun um ein Vielfaches, so da├č wir es g├Ânnerhaft am Eingang zur├╝cklie├čen, als Dark schon 10 Minuten vor der regul├Ąren Spielzeit mit ihrem Gegr├Âhle anfingen.

Dimmu Borgir
Dimmu Borgir


Schon angesichts einer ├╝berfordterten Fachkraft f├╝r Kartenabri├čtechnologie, die uns kurzerhand aufforderte, selber den Stempel auf die Handr├╝cken zu dr├╝cken, ahnten wir, wie es wohl erst um die Qualit├Ąt der Merchandisingst├Ąnde stehen mu├čte. Im Ratskeller angekommen, fiel unser Blick zun├Ąchst auf die lediglich 150 Besucher, was wohl einerseits am ung├╝stigen Zeitpunkt (Werktag) und andererseits an der schlechten Organisation lag. In den einschl├Ągigen Zeitschriften und Magazinen mit Veranstaltungskalender waren n├Ąmlich mehrere Varianten des Veranstaltungsortes ausgezeichnet. Dadurch blieb aber uns gen├╝gend Platz und der Weg zum Merchandisingstand war frei. Dieser aber bestand aus nur 4 CDs und ebenso vielen T-Shirts, was der Verkaufsperson hinter dem Tresen wiederum erm├Âglichte, sich den ganzen Abend zu langweilen. Obgleich wir noch nicht einmal die musikalische Kompetenz der deutschen Band Dark anzweifeln wollen, wirkte diese doch mit ihrer recht eigenst├Ąndigen Mischung aus Gothic, Death und Black Metal, etwas fehl am Platze, was sich auch im mageren H├Âflichkeitsapplaus, des Publikums zeigte.
Nach ca. 40 Minuten machten sie den Schweden In Flames Platz, welche kurzerhand das komplette Dark-Equipment benutzten. Diese haben nun nach zahlreichen Auftritten deutlich an Live-Erfahrung gewonnen und vermochten zumindest teilweise das Publikum zum Headbangen zu animieren. Wir nutzten diese Gelegenheit, um uns abermals mit Getr├Ąnken einzudecken und den Blick durch die Menge schweifen zu lassen. Neben einigen bekannten Gesichtern aus unserem entfernten Bekannten- und Freudeskreis, entdeckten wir auch eine ca. 40-j├Ąhrige Frau im Bl├╝mchenkleid, die sich wohl hierher verirrt hatte, sowie einen ungef├Ąhr 9-j├Ąhrigen Junge, der wahrscheinlich der Sohn des Effektpultmachinisten war und gebannt dessen Erkl├Ąrungen lauschte.

Ca. 22.30 Uhr, also etwa einer halben Stunde vor dem Auftritt von Dimmu Borgir, k├Ąmpfte sich Wehrmut nach vorn in die vorderen Reihen, um von dort ein paar Fotos f├╝r's Familienalbum zu schie├čen. Punkt 23 Uhr wurde das Licht ged├Ąmpft und, begeleitet von glei├čend-wei├čem Licht und einem aufbrausenden Publikum, Dimmu Borgir betraten die B├╝hne. Zu aller ├ťberraschung, wurde Stian Aarstad am Keyboard von Kimberley (Ancient) vertreten. Au├čerdem war an einer der Gitarren ein uns bis dato unbekanntes Gesicht aufgefallen. Nichtsdestotrotz ├╝berflutete Dimmu Borgir den Ratskeller mit Ihren neuesten Hymnen der Marke 'Enthrone Darkness Triumphant' und einigen ├Ąlteren St├╝cken und verwandelte den Saal, unterst├╝tzt von einem Animateur, welcher die Menge gen B├╝hne trieb, somit in einen brodelnden Hexenkessel. Mit Krachern wie 'Da den kristne satte livet til', 'Mourning Palace', 'Tormentor of Christian Souls' und 'Entrance' boten die Norweger reichlich Stoff zum Mitkreischen. Ein exzellenter Sound und gute lichttechnische Einf├Ąlle machten diesen Auftritt zu einem qualitativ hochwertigen Event. Zudem lie├č Shagrath seine b├Âse Energie auf das Publikum ├╝berspringen, indem er es mit k├╝nstlichem Blut, Bier und Mineralwasser bespritzte. Mit viel Theatralik und kantigen Geb├Ąrden lie├čen Dimmu Borgir keine Zweifel an der Authentizit├Ąt ihrer d├╝steren Lebeneinstellung. Nach 75 Minuten und zwei Zugaben verabschiedete sich Shagrath und seine Mannen mit den Worten 'Hey, you're a fucking good crowd' vom faszinierten Publikum. Jenes war zu dem Zeitpunkt noch so fit und von der Dimmu Borgir'schen Gesangskunst so begeistert, da├č das Konzert ruhig noch eine Stunde h├Ątte andauern k├Ânnen.

Auch wir wollten noch nicht so schnell wieder den magischen Ort verlassen und verweilten noch ein wenig, um den Konzertverlauf zu analysieren. Ca. 1 Uhr bestiegen wir dann wieder den 'Panzer' und ratterten ├╝ber unsere heimatlich-erzgebirgischen Berge wieder nach Hause; schon in Erwartung des Out of the Dark IV Festivals im September.

Wehrmut am 20.05.2004




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