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Die Schreie der Kinder zur Geisterstunde

'All You Need Is Love' - Record Relase Party

Die Apokalyptischen Reiter, Elysæon, Schwarze Stille

Ort: Weimar / Volkshaus
Datum: 30.10.2000


Es begab sich zu einer Zeit, da sich einige Personen in erschreckende Kost├╝me zw├Ąngen und K├╝rbisk├Âpfe aush├Âhlen, als wir (Deadleft und ich) mehr spontan als geplant gen Weimar fuhren, um dort an der Record Release Party der neuen Apokalyptischen Reiter CD 'All You Need Is Love' teilzunehmen. Nach einem kurzen telefonischen Disput, der davon handelte, da├č es Deadleft ja wirklich sp├Ąt einf├Ąllt mitzukommen, befanden wir uns auch schon auf der Autobahn, die wie immer wenn wir weite Strecken fahren durch widrige Witterungsbedingungen schier unpassierbar schien.
Nachdem wir dann durch unendliche Baustellen und Stra├čenkan├Ąle geprescht sind, erkannten wir aufgrund der ewig schlechten Stra├čenplanung von Weimar, da├č wir so wohl nie an unser Ziel, das Volkshaus, kommen werden. Trotz einiger Hinweistafeln in der Stadt und unserer Vorkenntnisse irrten wir noch ein wenig durch die H├Ąuserschluchten um dann endlich mit einem gellenden 'Ach hier ist's!' einen Parkplatz f├╝r den Vl├Âtsa zu suchen.

Elysæon
Elysæon


Nicht ├╝berrascht, aber doch verwundert war ich, als ich die selben Leute wie beim Party San Open Air an der Kasse, am Einla├č und im Innenraum wieder traf. Schnell noch die neue Reiter-CD bei Pest erkauft, welcher mir mit einem h├Âhnischen Grinsen das Restgeld in Tausenden von Einzelm├╝nzen wiedergab, die ich dann allerdings am n├Ąchsten Merchandisingstand dem verdutzten Verk├Ąufer im Tausch gegen eine CD ├╝berreichte. Nachdem mein Geldvorrat f├╝r diesem Abend ersch├Âpft war, bahnte ich mir einen Weg zur B├╝hne, auf der schon Schwarze Stille spielten, die ich von einer meiner vielen Kassetten kannte und auch schon recht mochte. Allerdings war die Begeisterung beim Publikum recht flau, was wohl auf die Mainstreamkompatibilit├Ąt der Band zur├╝ckzuf├╝hren war, welche wohl an diesem Abend keiner der G├Ąste w├╝nschte. Gleiches galt auch f├╝r Elys├Žon, die zwar mehr Erfahrung vorweisen konnten, aber dennoch den Fans nicht unbedingt Kopfsch├╝ttler aus dem Leib lockten.

Also schnell zur├╝ck zum Auto, um zu r├Ątseln, woher wir die Band kannten, aber nicht ohne vorher noch ein Foto von den auf den Boxen aufgestellten Halloweenk├╝rbissen zu machen. Nachdem es sich herausgestellt hatte, da├č es nicht die Band auf einer meiner Kassetten war (das war n├Ąmlich Elysium) erinnerten wir uns, da├č wir sie auf dem Haggard-Solefald-Tristania Konzert gesehen hatten. Noch fix einen nunmehr schon kalten Cheeseburger (irgendwie war da aber kein K├Ąse mehr drauf) einer renommierten Fast-Food-Kette (Nein, nicht die! Die andere, weil's 'besser schmeckt'!) in den Hals gesteckt und zur├╝ck, um den Auftritt der sehns├╝chtig erwarteten Reiter zu erleben.

Und da erklommen auch schon die Helden der Region die B├╝hne und donnerten einen Hit nach dem anderen in die Geh├Ârg├Ąnge der Anwesenden. Das neue Material war noch nicht so bekannt, so da├č immer wieder die alten Klassiker ('Iron Fist', 'Vader', 'Metal Will Never Die' und nat├╝rlich 'Dschinghis Khan') verlangt wurden. Nachdem dann Eumel nicht mehr weiter singen konnte st├╝rmten einige Fans die B├╝hne und ein noch ganz junger griff beherzt zum Mikro und ├╝bernahm die Gesangpassagen (wir glauben, es war der Selbe, der sich bei einem anderen Reiter Konzert die Nase blutig geheadbangt hatte). Und zu aller ├ťberraschung klang es gar nicht mal schlecht, nur die cleanen Vocals ├╝bernahm Eumel wieder selbst, da Angeh├Ârige des m├Ąnnlichen Geschlechts in diesem Alter einige Probleme mit einer 'normalen' Stimmelage haben. Nachdem aber der Rest der Band nach ca. 90 Minuten Spielzeit auch keine Kraft mehr zum Spielen hatte, wurde das Konzert somit beendet und zu einem Bierumtrunk seitens der Band bzw. des Labels geladen. Also verlie├čen wir das Volkshaus, labten uns an eisigem Mineralwasser und fuhren nach Hause.

Wehrmut am 16.05.2004




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