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Gute Miene zum bøsen Spiel

Wacken Metal Battle - Finale

No Dawn, Zeno Morf, Betablok, Irr, Deafmazjin, Aspherium, Samora, Forbidden Forest

Ort: Trondheim / Blæst
Datum: 16.04.2010


Nachdem vor kurzem das Halbfinale der Region zum Wacken Metal Battle ausgetragen wurde und No Dawn als Sieger hervorging, fand an diesem Abend die norwegische Endausscheidung statt. Dazu waren die Gewinner der anderen Halbfinale nach Trondheim gereist, um ihr Liedgut in knapp 25 Minuten vorzustellen und sich dann dem Urteil einer fachkundigen Jury zu stellen. Ein durchaus beliebtes Prinzip in den letzten Jahren. Dem Gewinner winkt ein Auftritt auf dem nächsten W:O:A mitsamt den Gewinnern der anderen Ländern im Super-Multi-Worldwide-End-Final-Battle-Dingens. Man sieht, das Wacken-Festival ist zu einer weltumspannenden Maschine mutiert.

Pünktlich um acht Uhr begannen Samora, die Gewinner aus dem Halbfinale in Bergen, zu spielen. Die noch recht junge Gruppe wirkte zunächst etwas zurückhaltend und hatte Mühe, das nur spärlich anwesende Publikum in Fahrt zu bringen. Dazu trug auch bei, daß dem Auftritt noch der nötige Druck gefehlt hat und die Gitarren kaum zu hören waren. Mir war auch die Stimme zu schlicht. Nach einem kurzen Schlagzeugsolo zog die Geschwindigkeit und die Intensität ein wenig an, so daß gegen Ende noch ein recht respektabler Auftritt entstanden ist. Klar war hier aber schon, daß Samora sicherlich nicht unter den Favoriten des Wettkampfes zu finden waren.
Nach einer kurzen Umbaupause standen Aspherion (Vertreter aus Oslo) auf der Bühne. Ich wähnte mich noch im Soundcheck, als dann plötzlich aus dem Nichts mit einer Doppel-Bass-Attacke das erste Lied intoniert wurde. Hier wurde unverkennbar dem Death Metal gehuldigt, was man auch an den breitbeinig stehenden Musikern und ihrer tiefen Grundstellung erkannte. Überraschenderweise wurden die Stücke im mittleren Spielabschnitt recht ruhig, wenn nicht sogar melodiös. Die Gitarren waren gut hörbar, so daß es Spaß machte zuzuhören - jedoch fiel auch hier, wie schon bei Samora, das Becken um. Es sollte nicht das letzte Mal am Abend sein. Die Stimmung im Saal besserte sich, obwohl immer noch wenig Publikum zugegen war.

Aspherium
Aspherium



Aus Jevnaker (Region um Oslo) angereist waren Forbidden Forest. Mit Bandtrikotage ausgestattet enterten sie kurz nach halb zehn Uhr die Bühne und vergraulten mich zuerst mit der normalen Singstimme des Sängers. Dieser konnte aber, wenn er denn wollte, auch schön grunzen. Das bewies er zuweilen in einigen Stücken, die dann recht gut waren. Die Stücke wurden zum Ende des Auftrittes schneller und ich genoss den Auftritt dann von der Bar aus, an der noch genügend freie Hocker vorhanden waren. Dafür, daß hier die Elite des Landes (naja, die Gewinner der Halbfinale) zum Showdown erschienen ist, zu einem Wettstreit, bei dem es um die Vertretung norwegischer Sangeskunst auf dem weltweit größten Metal Festival geht, also dafür waren viel zu wenig Leute da. Im Vergleich mit dem Halbfinale, welches auch noch mittwochs stattfand und nicht wie das Finale am Freitag, hätte ich mehr Publikum erwartet. Zieht man dann noch die Mitglieder und Komparsen der Bands ab (schätzungsweise 35 Personen bei durchschnittlich vier Mann pro Gruppe und acht Gruppen), waren bis dahin nicht mehr als 50 Gäste im Saal und den Nebenräumen. Ein Großteil stand zwecks Suchtbekämpfung vor der Tür oder lümmelte sich in den Lounges.

Etwas verwirrt war ich zuerst von Deafmazjiin (sprich: Death Machine). Nach einem Intro das mich nicht ganz so entfernt an die Titelmelodie von Serien wie Forsthaus Falkenau und dergleichen erinnerte, spielten die Jungs recht ungezwungene Musik in Richtung Grunge, Rock oder Power Metal. Der Bassist ließ mich mit seinem Gezappel fortwährend an Angus Young von AC/DC denken. Allerdings mußte man vorsichtig sein beim Betrachten der Person, denn er schwang nur allzu oft sein Bein auf die Monitorbox und außer seinem Leibchen besaß er kein Beinkleid. Ich zog es dann vor, die Fotos nicht aus der Froschperspektive zu machen. Diese Vorsichtsmaße wurde obsolet, als die anderen Musiker ihren Oberkörper entblößten. Ich weiß nicht, ob man damit die Jury beeinflussen wollte, aber zumindest der Gitarrist entsprach nicht dem gängigen bierbäuchigem Metallhead, sondern eher einem Mitglied der Chippendales. Jedenfalls waren Deafmazjiin recht unterhaltsam.

Musikalisch glänzten dann Betablok (Tromsø) wieder etwas mehr. Sie boten bodenständiges Gegrunze und konnten auch einige der handverlesenen Fans vor der Bühne zusammentrommeln. Der Mix aus Death Metal und Hardcore brachte wieder ein wenig Härte in die Runde.
Dies wurde kontrastiert von der Altherrenband Zeno Morf, die eine Art Indianerjaulen des Sängers als Einspieler verwendeten. Auch im weiteren Verlauf gebrauchte der Sänger diese sirenenartigen Geräusche während der Stücke. Bei dem mittlerweile vielleicht auf 50 Personen angewachsenem Publikum fand dies komischerweise Anklang, so daß einige in eine Schunkelbewegung ausbrachen.

Bis zu diesem Zeitpunkt war das der Augenblick mit der größten 'Menschenmenge' im Saal. Dies änderte sich schlagartig, als die Lokalfinalisten No Dawn auftraten. Wie schon beim Halbfinale war der Raum gut gefüllt und vor der Bühne standen vergleichsweise massig Leute die headbangten und den anderen typischen Metalkram von sich gaben. Gewiß, musikalisch war die Gruppe gut, die Stimmung ganz passabel und ein gewisser Lokalpatriotismus gehört auch dazu - aber daß man dann die anderen Bands gar nicht anschaut (obwohl sie nicht schlechter waren), das grenzt schon an Ignoranz. Gegenüber den teilweise weit angereisten Gruppen empfinde ich das als ungerechtfertigt. Es war auch nicht so, daß die Leute erst spät kamen. Einige sah ich schon acht Uhr vor der Tür hocken. Sollte ich dann noch erwähnen, daß No Dawn am Ende gewonnen hat!?

Während der Jury-Auswertung kam als Gastgruppe außerhalb der Wertung der norwegische Vorjahresgewinner Irr. So schnell wie die Leute bei No Dawn vor der Bühne standen, so schnell waren sie nun wieder an die Bars und vor die Tür verschwunden. So spielte die Gruppe in Bergarbeitermontur vor kaum mehr als 20 Mann eine Musik, die mich an Bands wie Geist, SOTM oder Helrunar erinnerte. Irr würde somit gut ins Lupus Lounge Ensemble passen. Ich mußte dann auch zum Nachtbus eilen.

Wehrmut am 22.04.2010


Videos:
Irr # Chaos Theory
No Dawn # Ascending Malice


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