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Live aus dem braunen Salon

Fucking Christmas Tour

Arkona, Vardlokkur, Menhir

Ort: Annaberg-Buchholz / Asgard Pub
Datum: 24.12.2008


Genau drei Jahre waren vergangen, seitdem das Vönger-Gründungsduo das letzte Mal gemeinsam ein Konzert besucht hatte. Damals beehrten wir am 24. Dezember 2005 in Annaberg Helheim, Negura Bunget und zwei weitere Bands mit unserer Gegenwart. Am Heiligen Abend 2008 machten wir uns nun abermals auf den Weg, um der neusten Ausgabe der 'Fucking Christmas'-Tour beizuwohnen. Noch mit den Puderzuckerresten vom Christstollen im Mundwinkel und dem Kanon zu 'Stille Nacht' im Ohr fuhren wir also durch traditionell sehr schlechtes Wetter zum Asgard Pub in der Erzgebirgsstadt.

Obwohl der Beginn des Konzerts im Internet für 20 Uhr angekündigt war, hatten sich bei unserer Ankunft kurz nach 20 Uhr nur wenige 'Heiden' eingefunden. Etwas später erfuhren wir, daß es 22 Uhr losgehen sollte. Dadurch konnten wir in aller Gemütlichkeit in den Auslagen der Verkaufsstände stöbern. Nach einiger Zeit wurden wir dann gebeten, den Eintrittspreis von 8 Euro zu bezahlen, da der Kartenabreißer bei unserer Ankunft seinen Platz noch nicht besetzt hatte. Auf den ursprünglich angesetzten Betrag von 12 Euro gab es überraschend Rabatt, da Arkona aus Rußland wegen Visa-Schwierigkeiten nicht nach Deutschland einreisen durften. Geplant war stattdessen ein längerer Auftritt von Menhir.

Nachdem wir uns nicht so recht entscheiden konnten, welche CD sich zu kaufen lohnen könnte, gingen wir zu unserem Streitwagen zurück, um uns dort mittels internetfähigem Handy die Alben als billige Raubkopien runterzuladen. Wegen moralischer Bedenken und zu langsamer Internetverbindung haben wir dieses Vorhaben aber dann schnell fallen gelassen und uns stattdessen gegenseitig sehr schlecht geschriebene Kritiken von Konkurrenzmagazinen zu den CDs vorgelesen. Nach einer knappen halben Stunde war uns erstens kalt und zweitens die Sachlage auch etwas klarer, weshalb wir wieder ins Asgard zurückkehrten, um dort die ausgewählten CDs zu kaufen.

Postkartenmotiv
Postkartenmotiv



Dort hatte man jedoch in der Zwischenzeit direkt gegenüber des Konzertraumes einen neuen Verkaufsstand aufgebaut, auf dem unverholen Nazikram verkauft wurde. Neben CDs und LPs von NS-Black-Metal-Bands gab es auch T-Shirts für die 'nationalen Sozialisten', Schlüsselbänder der Anti-Antifa-Bewegung und ein Poster in NS-Ästhetik mit dem Slogan 'Alles für Deutschland'. Betreut wurde der Stand von einem etwas nervös erscheinenden glatzköpfigen Sitzriesen. Wehrmut und ich dachten kurz darüber nach, den mutmaßlichen Betreiber des Ladens darauf anzusprechen. Allerdings rechneten wir uns keine allzu großen Erfolgschancen aus, da er ja den Verkaufsstand im Vorfeld zugelassen haben mußte. Außerdem waren wir beide schon lange nicht mehr im Fitneßstudio gewesen.

Inzwischen waren auch immer mehr Leute mit Absurd-T-Shirts, SS-Totenköpfen und anderen Insignien im Pub angekommen. Letztlich entschlossen wir uns, keine CDs zu kaufen, das Konzert nicht mehr abzuwarten und abzureisen. Allerdings hatten wir zu diesem Zeitpunkt schon zwei mal 8 Euro (welch Symbolik!) in den braunen Sumpf geworfen. Als letzte Maßnahme, verfassten wir noch auf unserer immer mitgeführten Reiseschreibmaschine einen detaillierten Bericht und gaben diesen in zweifacher Ausfertigung und mit halbarischem Blut unterschrieben beim Annaberger Schutzmann ab (Darstellung dramatisiert).

In Chemnitz kehrten wir dann aus Trotz im rot dekorierten Café Moskau ein, tranken extradunkle Schokolade sowie Fitnesskefir bis die Blase platzte und diskutierten noch bis spät in den Morgen, ob Arkona aus Rußland sich über den Verkaufsstand und die SS-Totenköpfe gefreut hätten.

In den Wochen nach dem Konzert haben wir sowohl die Bands als auch den Veranstalter angeschrieben. Sowohl Vardlokkur als auch Menhir haben sich von dem Verkaufsstand und seinem ideologischen Hintergrund distanziert und Kritik geäußert. Den Veranstalter konnten wir hingegen nicht erreichen.

Deadleft am 17.01.2009




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