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Metal für die Ewigkeit

Ultima Ratio Festival 2008

Korpiklaani, Turisas, Kampfar, Koldbrann, Sworn, Riger, Black Messiah, Secrets of the Moon, Kivimetsän Druidi, XIV Dark Centuries, Gernotshagen, Adorned Brood, Obscurity

Ort: Oberhausen / Turbinenhalle
Datum: 01.11.2008


Am 1. November - einem Feiertag der jedoch arbeitstechnisch keine Erholung brachte, da er auf einen Samstag fiel - fand das vierte Ultima Ratio statt. Als Lokalität war die Turbinenhalle in Oberhausen auserkoren und so fand ich mich pünktlich zu Beginn ein. Die letzten Jahre hat es wohl Wartezeiten am Einlaß gegeben, so daß dieser schon ab 10.00 Uhr geöffnet war. Vor der Halle fand man um diese Zeit schon Personen, die ob des Bier- & Metspiegels im Blut augenscheinlich nicht mehr am Festival teilnehmen würden und außerdem viele (zerbrochene) Glasflaschen auf dem Boden bzw. in herangeschleppten Kästen, obwohl dies eigentlich strikt untersagt wurde. Ich dann bei naß-kaltem Novemberwetter ohne Warterei in die Halle ein und fand 12.05 Uhr Obscurity spielend vor.

Die Gruppe spielte souverän vor den schon zahlreichen Anwesenden und konnte als Opener gute Dienste verrichten. Neben Gastsängern (Path of Golconda) und neuen Stücken wie 'Worringen' spielten sie auch ältere Lieder. Allerdings fehlte diesmal 'Bergisches Land', was ich bis dato bei jedem Auftritt gehört hatte. Jedenfalls war die Show besser als einige Wochen zuvor auf dem Under Yggdrasil Festival, was aber wohl auch daran, lag, daß sich das Publikum von dort 20 Personen hier vervielfacht hatte. Auch schon auf dem Under Yggdrasil gesehen habe ich Adorned Brood (genauso wie Gernotshagen), die mir hier musikalisch auch besser zusagten. Vermutlich weil sie weniger Spielzeit hatten, waren die Genrewechsel zwischen den Stücken nicht so gravierend, so daß ein in sich geschlossenerer Auftritt vollführt wurde. Natürlich durfte auch hier das 'Sieben Tage lang'-Cover nicht fehlen, bei dem das Publikum artig mitfeierte. Die dritten Bekannten im Bunde, Gernotshagen, kamen 13.30 Uhr auf die Bühne. Auch hier gefiel mir der Auftritt besser als zuvor; eine Meinung welche die Menge wohl mit mir teilte. Ohne große Probleme konnte die Band die Menge mit ihrem Pagan Metal begeistern.

Adorned Brood
Adorned Brood



Etwas grooviger wurde es in der kalten Halle mit XIV Dark Centuries. Sie spielen zwar auch Pagan Metal, jedoch nicht unbedingt so 'fröhlich' wie Gernotshagen oder andere, sondern doch schon etwas ins Düstere und Rockige gehend, mit mehr Gitarrenlast ohne jedoch die Melodien zu vernachlässigen. Nach den Thüringern wurde es etwas gewagter, als Kivimetsän Druidi aus Finnland auftraten. Die selbst als Rock'n'Troll betitelte Musik setzte sich zusammen aus männlichem Schreigesang gepaart mit einer (etwas kraftlosen) Frauenstimme. So war es hier kein reiner Pagan Metal, sondern vielmehr eine treibende Musik aus Gitarrenklängen, zu der der liebliche Gesang wie ein Fremdkörper wirkte - Himmel & Hölle sozusagen. Ich fand es ganz interessant und erfreute mich an der tänzelnden Sängerin, jedoch wurde die Halle zusehends leerer so daß sie am Ende nur noch zu gut einem Drittel gefüllt war. Einer der Fans warf eine Finnlandfahne auf die Bühne, mit der die Sängerin eine Weile umherschwang - als sie diese dann allerdings wieder in die Menge warf (nicht zu dem vorigen Eigner), stürzte selbiger zum Fänger und es gab eine verbale Auseinandersetzung über die Besitzrechte und der 'Geschenkt vs. Wiederholen'-Thematik.
Während der Umbaupausen konnte man sich die neue Turisas-DVD auf zwei Leinwänden anschauen (Danke, jetzt brauch ich sie ja auch nicht mehr zu kaufen) und am Leben der Band teilhaben (Touralltag, Selbstgeißelung in der Sauna, Kostümzusammenbau). Ich schaute mich derweil in der großen und somit angenehmen Turbinenhalle um. Leider gab es nur Merchandisingstände der Organisatoren und Musikgruppen, so daß eigentlich geplante CD-Käufe nicht getätigt werden konnten. So investierte ich das Geld in Bons, die ich danach gegen köstliches Naß tauschen konnte. Auf die Plastikbecher gab es kein Pfand was dazu führte, daß der Hallenboden einem Meer aus Müll glich. Ich habe auch nirgends Abfallbehälter gesehen, wo man die Becher und anderen Unrat hätte entsorgen können. Ich begab mich dann auf den Erker um das weitere Geschehen besser beobachten zu können. Dort oben drang dann jedoch ein leicht süffiger Duft in meine Nase. Ich konnte (und wollte) jedoch nicht weiter Nachforschen, ob es sich schon um Erbrochenes handelte oder ob es doch nur der widerlich süßliche Geruch einer Energiebrause war.

Fast schon jedes Jahr beim Ultima Ratio spielen Black Messiah. Daß die Gruppe dereinst als traditionelle Black Metal Gruppe gestartet ist, merkt man ihr noch an. Mittlerweile spielen sie zwar auch mehr Pagan Metal, jedoch mit räudigem Sound. Nicht das unbekümmerte Umhertänzeln mit lustigen Klängen manch anderer Gruppen des Metiers, sondern kräftige Rhythmen. Die zuweilen Eingesetzte Fidel bringt da zwar eine willkommene Ergänzung, aber gänzlich 'Sonnenschein-Pagan' wird die Musik dadurch nicht. Wie jede Gruppe mit dieser Zielgruppe hat natürlich auch Black Messiah eine Sauflied, welches (Überraschung:) 'Sauflied' heißt und von den Fans mehrmals und lauthals gefordert wurde. Das war dann natürlich auch der Höhepunkt des Auftrittes, den das Publikum in der nunmehr völlig gefüllten Halle vernahm. Selbst nach dem Auftritt sangen die Fans beim Herausgehen den Refrain weiter. Vielleicht das 'erfolgreichste' Lied, was auf diesem Festival gespielt wurde.
Im Gegensatz dazu stand dann wieder Secrets of the Moon. Die recht komplizierten und anstrengenden Stücke der Black Metaller konnten die Besucher nicht mehr vollständig zurück in den Raum locken. Dies war symptomatisch für die Black Metal Gruppen des Festivals, die allesamt nur ca. 30 Prozent der Gäste vor die Bühne locken konnten. Der Pagan Metal ist da halt eher massentauglich, obwohl dessen Niedergang auch schon am Horizont zu erahnen ist. Aber zurück zur Gruppe: Das Ambiente wurde durch Kerzenschein, Räucherstäbchen und Nebel dem Stil der Musik angepaßt. Durch den Nebel konnte man die weibliche Bassistin auch nicht erkennen, aber ich glaube sie war recht hübsch. Vielleicht nicht hübsch, dafür aber spielerisch weit vorn war die Gruppe als Ensemble. Für mich ist SOTM immer noch keine Live-Band, da die Stücke schwere Kost darstellen. Man sollte sie in Ruhe auf CD anhören - bei einem Konzert braucht man für diese Klänge schon eine gewisse Grundstimmung, die jedoch bei einem Pagankonzert mit Saufliedern im Minutentakt nicht aufkommt.

Nach dem Auftritt wollte ich mir schnell etwas zu Essen kaufen, bevor Riger kamen. Da in der Halle keine feste Nahrung zu finden war und ich als Nichtbiertrinker auch nicht auf 'Zwei Bier sind ein Schnitzel' zurückgreifen kann, begab ich mir nach Draußen in die Kälte an die Imbißbude. Laut Veranstalterankündigung ausgestattet '...mit diversen Angeboten wie Döner, Bratwurst, Koteletts etc. sowie einige Mittelalter Specials (Ritterbrot, Ritterspieß usw.)...' hatte ich mich natürlich darauf gefreut, etwas schönes essen zu können. Der Imbiß entpuppte sich dann jedoch als typische Ruhrpott-Freßbude: Pommes, Currywurst, Bratwurst etc. Da ich mir aufgrund der Ankündigung nur ein Horalky mitgenommen hatte und mich das nicht über den Abend bringen würde, mußte ich mir notgedrungen eine überteuerte Riesenbratwurst für drei Euro kaufen (ohne alles; nicht einmal Ketchup oder eine Schreibe trocken Brot war im Preis inbegriffen). Nachdem ich die labbrige Wurst intus hatte, ging ich etwas vergrämt zurück zum Konzert - denn wenn der Magen nicht glücklich ist, ist es der Rest des Körpers auch nicht.
Als es dann soweit war daß Riger die Bühne betreten sollten, wurde ein Freiwilliger auf die Bühne gestoßen um zu verkünden, daß die Gruppe doch nicht kommt da sie im Nebel auf der Autobahn feststeckte. Überraschender weise wurde dann jedoch nicht die nächste Band vorgezogen, so daß keine Lücke entsteht, sondern die Pause wurde mit unpassenden Videos (Arch Enemy, Lacuna Coil) auf der Leinwand überbrückt. Nach 30 Minuten kamen sie dann doch noch, konnten jedoch aufgrund der Verspätung nur wenige Stücke spielen. So verlief der Auftritt für mich recht bedeutungslos, da ich keines ihrer neuen Stücke kannte. Ich hoffte auf alte Lieder von den ersten Alben, die auch auf der ausgelegten Setliste standen (z.B. 'Germania'), allerdings nicht gespielt werden konnten.
Die verursachte Verspätung setzte sich dann am ganzen Abend fort, so daß alle Gruppen 30 Minuten später begannen. Mir kam es auch so vor, als würden die Bands direkt nach Riger alle zirka fünf Minuten kürzer spielen.

Dies war auch bei den Norwegern Sworn der Fall. Sie und auch die anderen beiden norwegischen Gruppen im Anschluß spielten Black Metal und scherten sich nicht um die Pagan Metaller, die sowieso schon den Raum verlassen hatten. Rauschende Gitarren und Schreigesang erfüllten den Raum mit Haß und die Gruppe hatte allem Anschein nach Spaß am Auftritt. Dies war nicht so sehr der Fall bei Koldbrann. Musikalisch schlugen sie in die gleiche Kerbe wie Sworn, der Sänger war jedoch nicht mit dem Publikum zufrieden und versuchte es anzuspornen, wobei er sehr oft das F-Wort benutzte und nach dem Auftritt noch etwas Norwegisches ins Mikrofon brüllte, wovon ich nur 'faen' ('Teufel', aber auch 'Scheiße') verstand. Dies half natürlich wenig und so gefiel mit Koldbrann auch auf dem Party.San besser als hier. Auch auf dem Party.San gesehen habe ich Kampfar (sowie einen Monat später auf dem Dunkelheit Festival). Der Auftritt hier hob sich nicht sonderlich von den anderen ab: Mittlerweile ist Kampfar so routiniert in ihren zahlreichen Shows, daß es immer wieder schön ist ihnen zuzuschauen. Natürlich kennt man einiges schon und die Posen von Herrn Dolk sind auch hinlänglich bekannt. Das störte aber das Publikum nicht und so zollten sie der Band den Respekt, den sie verdient hatten. Gespielt und verlangt wurde natürlich wie jeher 'Ravenheart', 'Norse' und 'Hymne', was die Gruppe mit Freude darbot. Hiermit war dann auch der 'harte' Teil des Abends abgeschlossen und die Black Metaller überließen den Raum wieder den Partypeople.

Nach einer langen Umbaupause kamen viertel zwölf die Semi-Headliner Turisas auf die Bühne. Der Start war gleich 'Battle Metal', so daß gar kein Mißverständnis aufkommen sollte, wohin die musikalische Reise gehen sollte. Mit der neuen Akkordeonistin Netta Skog haben sie einen guten Ersatz für den etwas schrägen Vorgänger gefunden, welcher plötzlich in Amsterdam verschwand. Die immerfort lachende Frau ergänzt die sonst so grimmig dreinschauende Gruppe gut. Mittlerweile hat es Turisas nach oben an die Spitze der 'Pagan' Bands geschafft und weiß, wie es mit dem Publikum umzugehen hat. An diesem Abend fiel es jedoch sichtlich schwer, die Leute nach zwölf Stunden Musik und Alkohol noch zu motivieren. Aber auch das gelang nach einiger Zeit und so lieferte Turisas einen guten Auftritt ab. Zwischendurch gab es noch eine scherzhafte Schmährede auf das schlechte Bier und den noch schlechteren falschen russischen Vodka ('...we ordered Russian Standard Vodka but all we got was this: Deutsches Erzeugnis...' etc.pp.). Am Ende gab es selbstverständlich auch das neue Disko-Cover 'Rasputin'.
Als letzte Gruppe kamen Korpiklaani, aufgrund der vielen Auftritte bei Konzerten auch schon als 'Festivalhuren' verschrien. Die Zahl der Besucher hatte schon abgenommen aber dennoch konnte die Gruppe die Verbliebenen immer wieder dazu animieren, zu springen, zu jubeln oder mitzusingen. Hier waren halt Fachmänner am Werk und so wurde der Auftritt natürlich erfolgreich absolviert, so daß am Ende keine Klagen kamen. Vom 'Hunting Song' bis zu 'Beer Beer' wurden alle Klassiker gespielt. Dann war es auch schon 2.00 Uhr und nach 14 Stunden Musik war es an der Zeit, den Nachhauseweg anzutreten und dort den müden Körper in die Wagerechte zu befördern.
Vielleicht sieht man einige der Gruppen auch beim Ultima Ratio 2009, dann aber nicht mehr in der Turbinenhalle (sagt zumindest der Veranstalter jetzt schon). Vielleicht lagen am Ende doch zu viele Glasflaschen auf dem Parkplatz...

Wehrmut am 04.11.2008




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