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Bitte kein Punk

Pelican & Torche Europe Tour 2008

Pelican, Torche

Ort: Hamburg / Hafenklang
Datum: 23.09.2008


Obwohl ich erst ein halbe Stunde nach offiziellem Konzertbeginn im Hamburger Hafenklang eintraf, mußte ich noch weitere 30 Minuten warten bis Torche den Konzertabend eröffneten. Ein etwas kurioses Bild gab der Schlagzeuger ab, der lediglich mit einer sehr kurzen, roten Hose bekleidet, noch einmal zurück hinter der Bühne verschwand weil er seine Stöcke vergessen hatte. Die ersten Klänge waren indes äußerst vielversprechend: gedehnte und sphärisch verzerrte Gitarrensounds schwebten als Einstimmung einige Zeit im Raum bis die Band mit dem ersten Song begann. Im weiteren Verlauf des Auftritts wurde dieser positive Eindruck auch immer mal wieder bestätigt. Die besten Momente schuf die Band, wenn schwer groovende Gitarrenläufe eine drückende und unterhaltsame Atmosphäre bildeten.

Allerdings wurde mir auch sehr schnell klar, daß die Musik an einer ganz bestimmten Schwäche krankt: Punk. Immer wieder machten starke Einflüsse aus dieser Richtung die positiven Ansätze zunichte. Vermutlich lag es an der überhaupt nicht destruktiven Anmutung der von Punk durchsetzten Passagen, die im sonst so schwermütigen Tonfall wie Fremdkörper wirkten. Vor allem auch wegen des Sängers klang die Musik allzu oft nach guter Laune oder zumindest vergnüglicher Ausgelassenheit als daß ich mich dafür hätte begeistern können.

Einigermaßen versöhnlich stimmte mich jedoch das letzte Stück des Auftritts. Nachdem die Gitarren noch ein wenig tiefer gestimmt waren, spielten Torche ein vermutlich etwa 20 Minuten langes Monstrum, das zunächst stark an die Stimmung auf 'Souls at Zero' von Neurosis erinnerte, sich dann immer weiter aufschaukelte, um dann in eine äußerst gedehnte und beinahe schmerzhaft gequälte Stimmung zu verfallen, die sich stark am Debutalbum von Khanate orientierte. Auch die Passagen, in denen die Band post-rock-artige Klangschichten auftürmte, waren sehr hörenswert. Die glücklicherweise nur kurzen Punkeinschübe schaffte ich weitgehend zu ignorieren, weshalb am Ende ein wirklich ordentliches Stück Livemusik übrig blieb.

Im Gegensatz zu Torche ließen Pelican bei Ihrem Auftritt nichts zu wünschen übrig. Die Musik der US-Amerikaner ist wie für eine Live-Umgebung gemacht. In beinahe jedem Stück hängen die Gitarren zunächst bleischwer in der Luft, gewinnen langsam an Kraft und Eindinglichkeit bis sie dann wie langsam zermahlende Walzen die Zuhörer unter sich begraben. Die große Stärke von Pelican liegt darin, Fragmente aus konventioneller Rockmusik zu einem latent melancholischen und meistens zähfließenden Strom aus finsteren aber melodischen Gitarrenklängen zu verdichten, ohne dabei zu vernachlässigen, allen Stücken etwas Unverwechselbares mitzugeben. Zugegeben, die Band ist in ihrer stilistischen Bandbreite stark begrenzt. Allerdings hatte Gitarrist Trevor vor sich unfassbar viele Effektpedale aufgebaut, mit deren Hilfe er dem Sound immer wieder kleinere Nuancen beimischte. Die Musik von Pelican ist nicht für den Kopf gemacht, dafür aber hervorragend dazu geeignet, sich von den Klangwellen der Gitarren mitnehmen und darin fallen zu lassen.

Deadleft am 01.11.2008




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