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Ende gut, alles gut

Die Apokalyptischen Reiter - Konzert Nr.2

Die Apokalyptischen Reiter, Impending Doom, Seirim, Gomorrha

Ort: Weimar / Jacob
Datum: 02.04.1999


Letztes Jahr im Winter begab es sich, daß wir auf 'Anraten' unserer DeutschlehrerInnen den Stand der Entwicklung des Projektes 'Weimar - Kulturstadt Europas 1999' videographisch dokumentieren sollten. Zu diesem Zweck statteten wir der Stadt auch einen Besuch ab, dessen Resultate auf unserem Kassenschlager 'Weimarian Madness' (supported by Die Apokalytpischen Reiter) zu sehen ist, der für nur DM 12,- über uns zu beziehen ist. Am 2. April nun - also reichlich ein Jahr später - wollten wir sehen, was denn nun aus Weimar geworden ist und stürmten also erneut die Klassikstadt in Thüringen. Wie der Zufall es so wollte, spielten just an diesem Abend auch Die Apokalyptischen Reiter im örtlichen Studentenclub 'Jacob', für uns Grund genug, unsere Abreise um ein paar Stunden zu verschieben. Zum Glück hatten wir noch extra Geld eingepackt und uns auch hinsichtlich unserer Kleidung so vorbereitet, daß wir auch jederzeit zu einem Konzert hätten gehen können. Tja, Gottes Wege... :-)

Nach unserem Stadtrundgang und einem amüsanten Treffen mit einer aus alten Tagen bekannten Rostbratwurstfachverkaufskraft (siehe Video!) fanden wir uns gegen 22 Uhr in der 'event-location' ein. Noch schnell etwas Propaganda an die Tür geklebt, den Fotoapparat herausgeholt und schon waren wir mittendrin im subkulturellen Gedränge eines deutschen Undergound-Konzertes. Mit Entsetzen (das dann unverholener Freude wich...) mußten wir feststellen, daß sowohl der angekündigte Headliner Merciless, als auch deren Support Maze of Torment an diesem Abend nicht auftreten würden und erstens durch die Labelkollegen von Impendig Doom, Gommorrha und Seirim, ersetzt wurden und zweitens Die Apokalyptischen Reiter wunschgemäß zum Hauptact avancierten. Im Anschluß an unseren obligatorischen Abstecher zum Merchandisingstand, den zu erreichen durch die Menschenmassen und die nadelöhrreiche Innengestaltung gar nicht so einfach war, widmeten wir uns der ersten Band des Abend: Gomorrha. Geboten wurde primitiver und meist sehr schneller Black/Death Metal, der selbst durch die zwei Singstimmen (Kreischen und Grunzen) nicht an Attraktivität gewann. Lediglich der Drummer verdiente einen gewissen Respekt, sein Spiel war trotz der hohen Geschwindigkeit immer noch souverän und abwechslungsreich. Dem stand der Schlagzeuger von der folgenden Gruppe Seirim in nichts nach, der sogar noch einen Zahn zu legte und erstaunlich cool und gelassen auf den Drums rumknüppelte. Leider war das auch das einzig Gute bei Seirim, der Sänger verdrehte seine Augen und schrie sich die Gallensteine aus dem Leib, interessant fand das im Publikum aber kaum jemand. Dieses bestand zu dieser Zeit aus vielleicht gerade mal noch 30 Mann, erst als Impending Doom die Bühne bestiegen, füllte sich der Saal wieder, womit diese Band ihrem Ruf als lokaler Publikumsmagnet gerecht wurde. Überzeugt hat uns der Auftritt trotzdem nicht, weshalb wir alsbald das Weite bzw. die Bar suchten und uns sowohl alkoholische als auch nicht-alkoholische Getränke einflößten.

Impending Doom
Impending Doom


Kurz vor dem Langeweiletod, von dem uns nur Pest mit seinem verschmitzten Lächeln und dem grauen Strickpullover abhalten konnte, erbarmten sich die 'Doomster' und beendeten ihren Gig. Sofort dannach sicherten wir uns die besten Plätze und erwarteten in fiebriger Erregung den Auftritt der Reiter. Im Verlaufe des Gigs steigerte sich die Begeisterung im Saal ins Unermeßliche. Vor der Bühne bewegten sich einige Fans wildhüpfend, gröhlend und armerudernd durch den Raum und selbst in den hintersten Bereichen wurde fleißig applaudiert, mit dem Kopf geschüttelt und mitgesungen. Vor allem bei Songs wie 'V.A.D.E.R.', 'Dostulata' und 'Iron Fist' vom 'Soft & Stronger'-Album und 'The Last Hope Burned Down to Dust', 'Sometimes', und 'The Smell of Death' vom aktuellen Longplayer 'Allegro Barbaro' konnten sich die Reiter der Begeisterung des Publikum sicher sein. Die absoluten Stimmungshöhepunkte fielen aber erwartungsgemäß mit dem Spielen der Reiter-Hymne 'Metal will never die' zusammen. Nach dem angekündigten letzten Song 'Human End' kamen die Reiter noch drei (!!) mal wieder auf die Bühne und spielten unter anderem die vom Publikum frenetisch geforderten Stücke 'Dschingis Khan' und 'Execute'. Die Thüringer spielten und spielten bis am Schluß Skelleton vom Drumschemel fiel und trotzdem noch ein kleines Solo darbot. So hat es sich wieder gezeigt, daß Die Apokalyptischen Reiter DIE Stimmungsmacher unter den deutschen Bands sind und zumindest den Großteil der Zuschauer vollends begeistern können.

Wie bei jedem Reiter-Konzert steigerte sich die Begeisterung bis zum Kollaps, so daß es auch bei diesem Event zu kleineren Rangeleien unter den Fans kam, einer sich die Nase blutig headbangte und der Lokalnazi sich köstlich präsentieren konnte. Nach dem Konzert fuhren wir dann wieder mit der Gewißheit nach Hause, daß die Reiter bis dato noch keine Band im Livebereich schlagen konnte.

Wehrmut am 05.06.2005




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