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Unterk├╝hlte Freundlichkeit

Fuck the Christmas we're Pagans 2005

Helheim, Negura Bunget, Dvergir, Fimbulthier

Ort: Annaberg-Buchholtz / Asgard
Datum: 24.12.2005


Zum 2005. Jubil├Ąum der Geburtsnacht Christi wurden wir (Deadleft, Pwyll und Wehrmut) sowie alle anderen Ungl├Ąubigen nach Annaberg-Buchholtz geordert, um dort dem unheiligen Paganabend mit solch illustren Gruppen wie Helheim und Negura Bunget beizuwohnen. Nachdem der Weihnachtsmann alle Beteiligten eingesackt hatte, ging es im winterlichen Erzgebirge zum Asgard Club/Pub, wo das Konzert stattfinden sollte. Trotz der Widrigkeiten mit dem humanoiden Navigationssystem erreichten wir p├╝nktlich den Ort des Geschehens, einen stilvoll eingerichteten Pub mit integrierten Konzertkatakomben.

Nach der Begutachtung der G├Ąste und der Erkenntnis, dass die Mundart wundersch├Ân ist, begaben wir uns zur ersten Gruppe Fimbulthier aus Annaberg. Da dies der erste Auftritt des Quartetts war, wollen wir an dieser Stelle etwas Nachsicht walten lassen. Der Schlagzeuger hat sicherlich noch einige Stunden im Proberaum vor sich und einige andere F├Ąhigkeiten werden sicherlich auch verbessert. Einer der Gitarristen war schon recht gut und der Gesang konnte auch gefallen, zumindest konnte man die Anstrengungen, die der S├Ąnger in seine Stimme legte, deutlich erkennen.

Helheim
Helheim



Um danach der verrauchten Kaschemme zu entkommen, entschieden wir uns vor dem Lokal in der K├Ąlte zu bibbern und den Schnee zu bewundern, den so mancher Begleiter lange nicht mehr gesehen hat. Kurz vor dem Erstarren gingen wir wieder zur├╝ck, denn Dvergir hatten schon zu spielen begonnen. Die Berliner Band spielte druckvollen Metal, der mich aber weniger an Pagan Metal (der ├ťberbegriff des Konzertabends) erinnerte, sondern eher in Richtung Black Metal ging. Aber das ist halt so eine Sache mit den Schubladen. Nachdem dies vorbei und die Raucherlunge mancher Teilnehmer gef├╝llt war, entwichen wir abermals in die K├Ąlte. Aufgrund blauer Lippen und Eiszapfen an den Nasen der Nichtraucher erbarmte sich der S├╝chtige und zog die zwei Glimmst├Ąngel auf Ex in sich ein, so dass wir p├╝nktlich zu Negura Bunget zur├╝ck waren.
Die rum├Ąnische Gruppe wartete mit verschiedenen nonkonformen Instrumenten auf (Tr├Âte, Holzxylophon, Holzkl├Âppel), welche dem Auftritt zu Recht das Logo 'Pagan' aufdr├╝ckten. Die Band spielte mal schnelle St├╝cke, meist jedoch sehr epische Lieder, die durch das Keyboard und die oben erw├Ąhnten Instrumente eine sehr unheilvolle Stimmung hinterlie├čen. Die rum├Ąnischen Texte komplettierten diese Atmosph├Ąre, da man den Inhalt des Gesungenen nicht erkannte und sich somit nur auf die Art und Weise der Darbietung konzentrierten konnte und von der Musik in den Schlund der transilvanischen W├Ąlder mitgerissen wurde. Ich finde die Musik ist eher f├╝r einsame Waldspazierg├Ąnge gemacht und weniger f├╝r Konzerte (wenig Kopfwippm├Âglichkeiten), meine Begleiter verneinten dies jedoch vehement. Derart paralysiert mussten wir nat├╝rlich im kollegialen Herdentrieb jeweils eine der Triple-CD-Boxen von Negura Bungets Drummer erwerben, die, wie sich herausstellte, sowohl finanziell (20 Euro) als auch musikalisch eine gute Wahl war.

Den Abschluss des Abends bildeten die Norweger von Helheim, wie ├╝blich eingekleidet in Kettenhemden (siehe Fotos). Die Band spielte viele bekannte St├╝cke der alten Alben und neue Songs, allerdings war die Stimmung im Saal eher unterk├╝hlt, was auch dem S├Ąnger missfiel. Lediglich die Mitglieder der vorherigen Bands wirbelten mit dem Kopf, der Rest der Miriquiden (uns eingeschlossen) stand nur da und lauschte der Musik. Jedenfalls konnte die Band trotz hasserf├╝lltem Spiels (es schien mir, als legte die Band zum Trotz noch einen Gang an Geschwindigkeit und H├Ąrte zu) die Stimmung nicht mehr herumrei├čen. Etwas erz├╝rnt verlie├čen die Mitglieder am Ende des Auftritts die B├╝hne und gaben, wie auch keine der anderen Gruppen, keine Zugaben. Ihr Auftritt auf dem 2003er Party San hat mir zumindest besser gefallen; und ihnen wahrscheinlich auch.
So war es denn auch f├╝r uns Zeit, gegen 2.00 Uhr in der Nacht/am Morgen den Heimweg anzutreten. Bis auf die Tatsache, dass ein Vorderreifen des Wagens in einer uneinsehbaren Kurve hinter einer Kuppe die Nase eines toten Wildschweins auf der Fahrbahn touchierte, blieb die Heimfahrt ohne besondere Vorkommnisse.

Wehrmut am 20.03.2006




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