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Puppentheater

GWARs Bloody Tour of Horror

GWAR, The Casualties, Infernaeon, Mobile Deathcamp

Ort: Quebec / Impérial de Québec
Datum: 22.10.2010


Eine Reise soll ma so beenden wie man sie begann und deshalb habe ich mich dazu entschieden, die amerikanischen Puppenspieler von GWAR mit meinem Eintrittsgeld zu unterstützen. Im schicken Impérial Theater in Québec, das im Innenraum mit reichlich Plastikplanen gegen die Spritzereien von GWAR geschützt war, begann das Konzert erfreulich pünktlich um 19.30 Uhr. Die sonst im Cabarét-Stil aufgestellten Tische waren entfernt und somit boten die durch kleine Treppenstufen abgesetzten drei Ebenen genügend Raum für die anwesenden Besucher. Die feierwilligen Gäste versammelten sich vor der Bühne, die an der Musik interessierten eine Ebene höher und an der Bar standen diejenigen, die wohl einfach keinen gescheiten Plan für einen Freitag Abend hatten. Das Publikum war bunt gemischt von Punker über Metaller, junge und alte Leute bis zu Ü50 und viele in einem weissen Ensemble, wie es sich für ein GWAR-Konzert gehört.

Den Abend eröffneten die Death Metaller namens Mobile Deathcamp. Die Amerikaner aus Toledo waren als Trio recht flott unterwegs, aber durch die spärliche Instrumentierung nicht sonderlich abwechslungsreich. Oftmals wurde auch nur gespielt und nicht gesungen sowie die Gitarren malträtiert. Allein der Schlagzeuger konnte mich überzeugen in den 30 Minuten Spielzeit, da er recht schnell zu spielen wusste. Der Ton vor der Bühne klang oft etwas komisch, da die Plastikplanen vor den Boxen bei den Bässen ein Eigenleben entwickelten und somit bei jedem Trommelschlag noch das Geräusch der sich aufspannenden Plastikabdeckung hinzukam.
Nach einer kurzen Umbaupausen spielten Infernaeon aus Tampa für knappe 20 Minuten. Die zahlreichen Musiker auf der Bühne hatten alle eine Löwenmähne und wirbelten oft mit den Haaren. Die Musik setzte sich aus Death Metal artigen Gegröhle & Gerunze zusammen, gepaart mit Passagen von keyboarduntermalten und schwulstigem Normalgesang. Irgendwie war das ganze eine Mixtur aus Cannibal Corpse und Graveworm. Die Amerikaner hatten auch einige Coverversionen, unter anderem von GWAR, im Gepäck. Die Texte waren wohl satanisch angehaucht, was den in die Höhe gehalten Ziegenkopf und die Zitate von Levay sowie entsprechende Einspieler erklären würde.

GWAR
GWAR



Viele der mitlerweile anwesenden 400 Gäste trugen Werbeartikel der nun folgenden Gruppe: Casualties. Die augenscheinlich dem Punk zuzuordnenden Musikanten trugen fröhlich ihre Lieder vor. Die Texte waren sozialkritisch, dem Drogenkonsum – hier speziell Teufel Alkohol – zugewandt oder einfach nur komisch, zumindest für meine Ohren. Als Abwechslung war so ein Auftritt ganz nett und die Musiker sowie Fans hatten sichtlich Vergnügen, aber mir ist die Punkmusik zu unorganisiert – was von anderen natürlich als der Grosse Vorteil gesehen wird. Es wird einfach gespielt wie und was Spass macht. Vor der Bühne war eine gute Stimmung und es wurde viel herumgeschubbst, aber die initiierte Wall of Death wollte nicht so richtig klappen.

Für den Umbau für GWAR gönnte man sich rund eine halbe Stunde, so dass die Gruppe 22.15 Uhr die Bühne betreten konnte. Die Amerikaner wurden mit grossem Jubel empfangen und gleich zu Beginn wurde zwei Puppenmonstern der Kopf abgeschlagen und die Kunstblutfontänen aus den angeschlossenen Schläuchen spritzten munter ins Publikum. Ich bin mir nicht sicher wie gut oder schlecht der CD-Verkauf von GWAR läuft, denn die Musik ist bei der Gruppe oder mehr bei den Live-Auftritten wohl eher Nebensache. Wäre nicht der kultige Auftritt mit den Pappmascheekostümen und dem exzessiven Gebrauch von Körperflüssigkeiten, die Gruppe wäre wohl nicht so bekannt. Die Musik ist nun nicht sonderlich beeindrucken und handelt meist von Monstern, Maden und Sekreten. Verglichen mit dem Auftritt vor einigen Jahren in Chemnitz, dem ich beiwohnte, war die Darstellung von Gewaltszenen auf der Bühne geringer und es floss weniger Blut. In Québec wurde neben den Bandeigenen Monstern nur Sarah Palin und Lady GaGa ausgeweidet und am Ende kam auch nur eine Sekretkanone zum Einsatz. Trotzdem freuten sich die Leute in der ersten Reihe wie Kinder wenn es Schokolade gibt, als ihre weissen Shirts mit der Zeit immer roter wurden. Nach knapp 75 Minuten inklusive drei Zugaben war das Spektakel vorüber und der Saal begann sich schlagartig zu leeren. Da die Menschenmassen am kleinen Ausgang eine riessige Schlange bildeten, blieb ich noch für eine Weile im Saal und beobachtete einige Verrückte, die bäuchlings auf dem vollgesifften Saalboden entlangschlidderten. Das Kind im Manne lebt halt doch ewig.

Wehrmut am 31.10.2010




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