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Lords of Chaos

Michael Moynihan, Didrik Søderlund

Herausgeber: Prophecy Productions
Jahr: 2002
Art: Fachbuch

All die Gerüchte, Halbwahrheiten und Legenden, die sich um die Auswüchse des Black Metal ranken, verlangen nach Aufklärung. Wer sich mit den Hintergründen um Kirchenbrände, Mord, Terror befassen wollte, war bisher einerseits auf die Massenmedien und diverse Bücher angewiesen. Obwohl es im Fall der Bücher auch gewisse gute Ansätze gab, war die Berichterstattung auf diesen zwei Wegen zumeist sehr oberflächlich und einseitig. Massentauglich eben. Andererseits konnte man sich in zahllosen Szenepostillen häppchenweise mit kleinen Artikeln oder Essays eindecken, die teilweise aber in punkto Einseitigkeit dem Fernsehen und Büchern in nichts nachstanden, tendenziös bloß eben vice versa. Zudem blieb auch dieser Weg der Informationsbeschaffung mehr als unbefriedigend, weil weder Vollständigkeit noch zumindest ein verlässliches Maß an Objektivität garantiert waren.

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Mit 'Lords of Chaos' gibt es nun ein Buch, das sich mit einer großen Bandbreite an Themen an jene wendet, die sich umfassend und halbwegs objektiv z.B. über die Ereignisse Anfang der Neunziger in Norwegen informieren wollen.Da die Zahl der bearbeiteten Themen wirklich enorm ist, biete ich hier einen kurzen Abriß über den Inhalt der einzelnen Kapitel:


Kapitel 1 - Sympathy for the Devil
Der erste Teil in diesem Buch behandelt den Einfluß satanisch-antiklerikaler Strömungen auf Musik in der Neuzeit. Neben der Erwähnung von Blues und Jazz, offenbar damals von gewissen Fanatikern als Artikulationsforum diabolischer Gedanken der Bevölkerung angesehen, wird vor allem die Geschichte des Rock und Heavy Metal als für die weitere Entwicklung in - sowohl musikalischer als auch ideologischer Hinsicht - weitaus extremere Richtungen, bedeutsame Stationen herausgehoben. Angefangen bei den Beatles, den Rolling Stones, Led Zeppelin sowie Black Sabbath und deren Beeinflussung - soweit man zumindest bei den Beatles von einem Einfluß sprechen kann - durch Aleister Crowley, kommt man dann mit Umwegen über Black Widow und Coven alsbald zu Venom, Mercyful Fate und Bathory. Vor allem letztgenannte werden recht ausführlich mit Zitaten von Quorthon, Cover-Abbildungen und Musikbeschreibungen bedacht.

Kapitel 2 - Death Metal Dies, Black Metal Arrives
An dieser Stelle wird die metallische Musiklandschaft der späten 80er beschrieben, die damals vor allem vom Wechsel vom Thrash zum Death Metal beherrscht war und schon leichte satanische Einflüsse aufwies. Neben der Erwähnung zahlreicher US-amerikanischer und schwedischer Death Metal Bands wie Obituary, Death, Entombed und Dismember ist den Schweden von Unleashed ein eigener Abschnitt gewidmet, die mit ihrer Glorifizierung des vorchristlichen Heidentums und alt-nordischer Religionen einen Hinweis auf noch Kommendes gaben.

Kapitel 3 - A Blaze in the Northern Sky
Hier wird mit Hilfe vom Herausgeber des Slayer Magazins Metallion der Aufschwung des Black Metal zu Lasten des Death Metal beleuchtet und herausgestellt, das sowohl Immortal als auch Emperor und Darkthrone als reine Death Metal Bands anfingen und erst unter dem Einfluß von Euronymous und dessen ehemals dem Death Metal zuzuordnende Band Mayhem begannen, Black Metal zu spielen. Zudem klärt Metallion hier, wie aus seiner Sicht die Tradition des Corpsepainting ins Leben gerufen wurde. Demnach wurde Euronymous von Sarcofago inspiriert, die sich bei ihren Konzerten schminkten. Euronymous betrachtete das als gelungenes Mittel zur Abgrenzung und Ächtung von Death Metal Bands, die auf ihren Konzerten Jogginganzüge trugen und so kaum ihrem bösen Image gerecht werden konnten. Besonders erwähnenswert ist der Abschnitt 'Why Norway?', in dem es neben einem kurzen geschichtlichen Abriß der Geschichte Norwegens auch eine Interview zu dieser Frage mit einem norwegischen Theologe und Buchautor zu lesen gibt.

Kapitel 4 - Mayhem in the Dead Zone
Dieses Kapitel ist ganz der Gruppe Mayhem und dem Freitod des Sängers Dead gewidmet. Zu diesem Thema wurde ein Teil der Szeneprominez recht intelligent befragt. Es äußern sich an dieser Stelle: Hellhammer (Mayhem), Bård 'Faust' Eithun (Ex-Emperor und verurteilter Mörder), Metallion und Varg Vikernes. Von letzterem erfährt man übrigens unter anderem, daß von ihm die Munition stammt, mit der sich Dead umbrachte. Außerdem gibt es viele kaum noch auf anderen Wegen erhältliche sw-Photos zu sehen. Unter anderem auch ein Bild von Dead, auf dem er ganz offensichtlich tot ist (gewissermaßen 'dead').

Kapitel 5 - Welcome to Hell
Dieser Teil des Buches widmet sich dem Laden von Euronymous 'Helvete'. Außerdem zeichnen sich hier die ersten Zwistigkeiten zwischen Vikernes und Euronymous ab, zu denen ich mal folgendes Zitat von Vikernes anführen möchte: 'He (Euronymous) was havin anal sex... [...] Some weeks before I killed Øystein, another guy joined me on a trip to Oslo, and he told me that he had once searched Øystein's drawers and had actually found a dildo with shit on it. He was a homo. [...]'

Kapitel 6 - Ashes
Auf 28 Seiten geht es hier ausführlich um die 1992 beginnenden Kirchenbrände und die Rolle Varg Vikernes' in diesem Zusammenhang. Neben einem betroffenem Gemeindemitglied, einem Psychologen und Varg selber kommen Faust, Samoth und andere zu Wort. Desweitern wird auch die Sichtweise der norwegischen Presse dargestellt, die diesem neuen Phänomen mit einer Mischung aus sensationserheischendem Krawall-Journalisumus und böser Ironie begegnete.

Kapitel 7 - Deathlike Silences
In diesem Kapitel nun geht es um die Morde von Bård 'Faust' Eithun, der am 21. August 1992 in Lillehammer einen Homosexuellen erstach und Varg Vikernes, der bekanntlich den Mayhem-Bassisten und Szene-Guru Euronymous umbrachte. Beide wurden in ausführlichen Interviews zu ihrer Sicht auf die Dinge befragt, Doch auch Metallion, Snorre (Thorns), Hellhammer, Samoth und Ihsahn (beide Emperor) kommen zu Wort. Zudem wird die sich entwickelnde Separierung in ein Pro- und ein Anti-Count-Lager beschrieben.

Kapitel 8 - Count Quisling
Hier ist die Entwicklungsgeschichte des Varg Vikernes von seiner Kindheit bis zu seiner Wandlung zum Glorifizierer rassistischer Thesen nachgezeichnet. Man erhält ein ziemlich detailiertes Bild von der Gedankenwelt Varg Vikernes', indem neben ihm persönlich auch seine Mutter befragt wurde. Näher wird hier auch auf seine ideologische Beziehung zum NS-Scherge Vidkun Quisling eingegangen, die in der Umbennung von Varg Vikernes zu Varg Quisling Larssøn Vikernes gipfelte.

Kapitel 9 - Resurgent Atavism: The Metaphysics of Heathen Black Metal
Auf diese tatsachenorientierten Berichte folgt nun ein Versuch, die Gedankenwelt der Akteure religionsgeschichtlich zu erschließen. Trotz aller Theorie wird immer wieder durch Nennung konkreter Beispiele (Bands) der Bezug zur Szene hergestellt. Die Streifzüge durch Odinismus, nordischer Mythologie und Geschichte kratzen an einem Thema, daß sicherlich auf anderer Art und Weise noch genauer von jedem einzelnem entdeckt werden kann.

Kapitel 10 - Their Satanic Majesties
Dieser Abschnitt behandelt die Frage der Definition des Satansimus und dessen Rolle im heutigen Norwegen. Hierzu äußern sich ausführlich unter anderem: Ihsahn, Erik (Ulver), Vertreter der norwegischen Presse und Polizei, Forscher und der Gründer der 'Church of Satan' Anton Szandor LaVey.

Kapitel 11 - Furor Teutonicus
Hier geht es nun um die Wirkung der Ereignisse in Norwegen auf die deutsche Szene. Kernstück ist der Mord an Sandro Beyer durch Mitglieder der Band Absurd. Die Chronologie des Verbrechens und ein Interview mit dem Mörder geben hier Aufschluß über das wohl unrühmlichste Kapitel in der deutschen Underground-Metal-Szene.

Kapitel 12 - Lords of Chaos
An dieser Stelle findet man eine kleine Zusammenstellung von Beschreibungen der jeweiligen Szenen in verschiedenen Ländern. So sind zum Beispiel Schweden, Frankreich, England, Osteuropa und die USA berücksichtigt.

Kapitel 13 - Ragnarok
Das letzte Kapitel zeigt den Einfluß nationalsozialistischer und zuweilen spezifisch rassistischer Strömungen auf den Black Metal. Unter anderem sind hier auch Darkthrone Gegenstand der Betrachtungen. Die größte Aufmerksamkeit aber wird wiederum Varg Vikernes zuteil. Abgeschlossen wird dieses Kapitel mit einigen kommentierten Auszügen aus Vikernes' Buch 'Vargsmål'.


Darüberhinaus enthält 'Lords of Chaos' noch zwei Essays von dem norwegischen Journalisten Simen Midgaardund dem Österreicher Forscher und Musiker Kadmon über Germanische Mythologie (Kadmon) und Satanismus in Norwegen (Simen Midgaard), sowie den Nachdruck einer Titelstory in einer Bergener Tageszeitung über die Kirchenbrände.

Der Wert dieses Buch wird durch die Fülle an Photos gesteigert. Bandphotos, Abdrucke von Flyern, Plakaten etc. tragen zur Visualisierung der Geschehnisse bei. Die Autoren haben sich um eine objektive Darstellung der Tatsachen bemüht und stets versucht konträre Seiten zu den Themen zu befragen. Jedoch nicht immer scheint der Aufbau des Buches logisch, die einzelnen Beiträge, Interviews und Zitate wirken teilweise etwas lieblos aneinandergereiht. Das Buch ist übrigens komplett in englisch, läßt sich aber bei moderaten Sprachkenntnissen leicht und flüssig lesen. Abschließend möchte ich dieses Buch all jenen wärmstens empfehlen, die etwas tiefer in die Materie eindringen wollen, als es bisher möglich war. 'Lords of Chaos' ist - bei entsprechend kritischer Distanz - ein komplettes Kompendium an Fakten und Meinungen über alle wichtigen Ereignisse in Norwegen Anfang dieses Jahrzehnts.
An dieser Stelle möchte ich auf die offizielle Burzum-Website verweisen, auf der Vikernes zu diesem Buch Stellung bezieht und auch diverse Dinge, die aus seiner Sicht falsch geschildert oder verstanden wurden, richtigstellt. Das Durchlesen dieser Site empfehle ich aber nur kritikfähigen Menschen, da sich Vikernes zuweilen in lachhaft rassistischen Phantasien verliert. Wer also hier Information von Propaganda trennen kann, den erwartet eine professionelle Homepage mit den Abbildungen aller Album-Cover, einer umfangreichen Vikernes-Photo-Gallery (mit zuweilen spitzen Kommentaren), rares Bildmaterial von Flyern und vieles mehr.


Deadleft am 27.01.2001


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